von Dorothee & Günter Nicke verfasste oder herausgegebene Bücher.

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Dorothee Nickes Buch "Heile heile Mausespeck..." - erstmals erschienen 2008 - wird hier in 2. Auflage mit neuem Cover und geringfügen Textänderungen vorgelegt.

Klappentext:

Der Titel dieser autobiographischen Erzählung von Dorothee Nicke deutet auf die Beschreibung eines Lebens voller Stationen hin, bei denen die Protagonistin Anna zur Krisenbewältigung immer wieder auf Trost und Zuwendung angewiesen war. Wenn ihr dies auch meistens versagt blieb, ist eines aus diesem Psychogramm eines oft gebrochenen Lebens zu lernen: Der Mut zum Weiterleben und Neubeginn bedarf der starken Kraft der Selbsthilfe.

Ob beim Tod der Mutter, der über Anna im Alter von 12 Jahren kam, ob beim Verstoßen-Werden aus der Nestwärme einer liebenden Familie, den zwei zu verkraftenden Scheidungen, von denen die erste nichts an Dramatik vermissen lässt und nach der Anna , nun schon im Alter von 25 Jahren mit drei kleinen Söhnen allein da stehend, wieder auf die Beine kommt, sie bewältigt die Krisen. Auch aus der langen Zeit des Allein-Seins nach der zweiten Scheidung findet sie zu einem Neubeginn, der ihre seelische Reifung und ihr geistiges Wachstum in eindrucksvoller Weise belegt.

Den letztlich positiven Ausgang all dieser Krisen in ihrer dritten Ehe verdankt sie in erster Linie sich selbst, dann aber vor allem dem geistigen Erbe ihres Vaters, dem international bekannten Individualpsychologen Erik Blumenthal, und ihrem klarer hervortretenden Glauben an eine göttliche Führung, der sie sich ein paar Jahre vor ihrer Wiederverheiratung voll anvertraut. So wird aus diesem Buch ein wirklicher Ratgeber für ähnlich Betroffene: Ganz gleich was Dir widerfährt, nimm es an als Prüfung, an der Du wachsen kannst und entwickle und bewahre Dir positive Augen.

Vorwort:

Dieses Buch ist auf Anregung meiner Freundin Biggi entstanden. Sie meinte, Annas Lebensweg sei so ungewöhnlich verlaufen, das ich es aufschreiben müsse auch
als Ermutigung für Menschen, die ähnlich schwierige Wege zu bestehen haben. Als ich daran ging, Biggis Anregung in die Tat umzusetzen, hatte ich das Gefühl, in der Vielzahl der Ereignisse und in der Dramatik einzelner Wendepunkte versinken zu müssen. Annas Leben erschien mir voll von Brüchen zu sein, die es mir schwer machten, den roten Faden während der Entstehung dieser Aufzeichnungen nicht zu verlieren. So kam ich darauf, an den Anfang der einzelnen Kapitel markante Ereignisse zu stellen und anschließend die Wege nachzuzeichnen, die dann zu diesen Ereignissen hinführten.

Während der Arbeit an diesem Buch bemerkte ich mehr und mehr, dass Annas Lebensweg mit seinen kritischen Stationen, mit seinen Höhen und Tiefen oftmals die Praxisbeispiele darstellten, die ihr Vater in seinen Psychologie-Büchern verwendet hatte. Und so wie diese Bücher auf seine Leser einen sinnbildenden positiven Einfluss ausübten, spürte ich, dass auch Anna die gleichen Rückschlüsse für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu ziehen in der Lage war.

Was diese Lebensgeschichte so spannend macht, ist die Treppe, die Anna hinaufsteigt, ab und zu wieder ein paar Stufen hinunterfällt, aufsteht und trotz der Blessuren tapfer erneut diese Stufen erklimmt. Niemals denkt sie daran aufzugeben, oder sogar wieder hinunterzugehen, und ... sie ist auch oben noch nicht angekommen!

Interessant sind die Schlussfolgerungen, die Anna aus ihrem bisher Erlebten zieht zu einer Vision hin, die, so hoffe ich, auch für andere das Muster eines sinnerfüllten Lebens abgeben kann.


 

Kos, April 2008, Dorothee Nicke




Rezensionen




Eine faszinierende und bewegende Familien- und Schicksalschronik. Vor dem Lesenden ensteht ein Bild des Lebens einer Frau, die durch unglaublich viele, teilweise unwirklich anmutende Lebensstationen trotz aller Entmutigungen ihren Weg geht, immer wieder Positives findet, an dem sie sich aufbauen kann. Breit fächern sich die vielfältigen Beziehungen auf, die ihr Leben eindrücklich prägen, bis sie schließlich, nach oft schmerzlichem Reifeprozess, vollkommen sinnerfüllt leben kann.



Ursula Boehme



Gebrochene Lebensläufe gibt es viele, sie waren und sind nicht selten. Menschen werden in ihrem Verlauf zerbrochen, andere gewinnen aus den Bruchstellen die Kraft für Wandel und Neubeginn. Heile, heile Mausespeck... von Dorothee Nicke - angelegt als biographischer Roman - gehört zur zweiten Kategorie. Es geht um ein Frauenleben. Ein Mädchen verliert mit 12 Jahren ihre Mutter, eine Mutter, die in ihrer vergeistigten Liebe zu ihren vier Kindern - die Protagonistin Anna war die Älteste von ihnen ihren Lebenssinn verwirklichte, ohne ihren Mann, einem bekannten Autor populär-psychologischer Bücher, auch nur ein Jota davon vermissen zu lassen. Diese Idealgestalt einer Mutter und Ehefrau hinterlässt mit ihrem Tode bei ihrer gerade in die Pubertät geratenen Ältesten eine tiefe, sich nie mehr verschließen wollende seelische Wunde, von der zwar im Buch nichts direkt zu lesen ist, die aber letztlich seinen Hauptinhalt ausmacht. Eine Stiefmutter, die als Lene der Gerhart-Hauptmann-Novelle vom Bahnwärter Thiel entnommen sein könnte, der ungewollte, aber von ihr so empfundene Entzug der Liebe des Vaters, die Verbannung aus der Bodensee-Heimat in ein Schweizer Internat stürzen die Entwurzelte in die Arme eines Mannes, dessen in kriminelle Handlungen ausartende mit Naivität gepaarte Lebensuntüchtigkeit sie in ihrer Sehnsucht nach liebender Geborgenheit nicht zur Kenntnis nehmen konnte oder wollte. Diese Verbindung, der drei Söhne entsprossen, endet in einer einem chaotischen Zusammenbruch ähnelnden Scheidung. Die nach diesem Narbenbruch nun wieder offene Wunde lässt sie äußerlich verdeckt durch ein trotz dreifacher Mutterschaft entwickeltem Selbstvertrauen als begehrenswerte junge Frau ohne Bewältigungspause eine neue Verbindung eingehen. Die ist zwar hinsichtlich der bürgerlichen Solidität das krasse Gegenteil der ersten Ehe, endet aber nach 15 Jahren nach Geburt eines vierten Sohnes durch Alkohol- und Untreue-Probleme des Ehemanns ebenfalls durch Scheidung. Jetzt aber nimmt sich Anna Zeit. Sie arbeitet ihr bisheriges Leben auf, und im Verlauf dieser Aufarbeitung wird sie geistiger. Sie findet zurück zur Religion ihrer Eltern, bringt sich ein in die Bahá í-Gemeinschaft der Stadt, in der sie als allein erziehende Mutter ihrer Söhne lebt. Aber die Seelenwunde will sich nicht schließen, schwärt weiter. In Verlaufe einer dritten Ehe mit einem ihrer Religion angehörenden Witwer, die ihr neue, geistige Horizonte öffnet, stirbt nach neun Jahren ihr Vater. Das dadurch ausgelöste als wirklich dramatisch zu bezeichnende Geschehen führt nun zum endgültigen Bruch in der Bodensee-Familie, nachdem sie sich zusammen mit ihren Geschwistern aus der ersten Ehe ihres Vaters als um das elterliche Erbe gebracht, hintergangen und betrogen fühlen muss. Kein Wort davon im Buch! Diese grauenvolle und den Intensionen des Vaters völlig zuwider laufende Episode kleistert die Autorin mit einer Harmoniegeschichte zu. Was bleibt und nach vorn gerichtet, ist: die zusammen mit ihrem Mann entwickelte Vision für den letzten Teil ihres Lebens. Mit den Worten des verstorbenen Vaters: Es ist nie zu spät, aber immer höchste Zeit . Dorothee Nicke breitet ein Leben vor dem Leser aus, dass an spannender Dramatik und daraus erwachsenem positiven Denken und Handeln nichts auslässt. Die Autorin führt durch dieses Geschehen mit einer Technik, die an den Anfang jeden Kapitels eine entscheidende Lebenssituation stellt, der dann die Handlungslinien folgen, die zu diesem Geschehen hinführen, es erklären. So wird der Leser besser die Leserin, denn es handelt sich hier um einen wirklichen Frauenroman auf dem Meer dieses Lebens einem Schiffe gleich von einer navigatorischen Standortbestimmung zur nächsten geführt. Auf diese Weise erhält der Roman eine Übersichtlichkeit, die es der Leserin (vielleicht auch manchem Leser) gestattet, die Bezüge zu eigenen Lebenssituationen herzustellen und daraus Kraft für deren Bewältigung zu ziehen.


Evelyn Glatz



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