von Dorothee & Günter Nicke verfasste oder herausgegebene Bücher.

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Bei "Adelbert Mühlschlegel ...und alle Wege werden frei" handelt es sich um eine ausführliche Biographie des
Dr. Adelbert Mühlschlegel †, die - geschrieben von Ursula Mühlschlegel und Günter Nicke - in 1. Auflage bereits 1996/97 erschienen ist und jetzt in 2. verbesserter Auflage vorliegt.




Klappentext:


Dr. Adelbert Mühlschlegel (1897-1980) lernte die Bahá’í-Religion 1920 kennen und setzte bald seine vielfältigen Talente für seinen neuen Glauben ein. Er hielt Vorträge, wirkte als Übersetzer und war schriftstellerisch tätig. Viele Jahre diente er im Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland. 1952 wurde er von Shoghi Effendi zur „Hand der Sache Gottes“ ernannt. Ende der fünfziger Jahre gab er seinen Beruf als Arzt auf und widmete sich vollständig dem Dienst an der Religion Bahá’u’lláhs, als einer der „Hauptsachwalter des Glaubens“, als Lehrer und Pionier in zahlreichen Ländern. Diese Biographie zeigt, wie ein Mensch durch Dienstbarkeit, Demut und Hingabe an die Religion Gottes zu Sinnerfüllung und Freude im Leben finden kann. All seine Begabung, seine dem poetisch-mystischen Begreifen des Daseins zuneigende Persönlichkeit stellte Adelbert Mühlschlegel in den Dienst der Vision Bahá’u’lláhs und wurde damit selbst – ohne dass es ihm in seiner Bescheidenheit bewusst wurde – zu einer der großen Pioniergestalten des Bahá’í-Glaubens.

Einführung:


Eine Biographie entnimmt den Ablauf eines Menschen-lebens, aus den Erinnerungen der nahestehenden Zeitgenossen, aufgefundenen Aufzeichnungen, wie zum Beispiel Tagebücher, dem Datengerüst der besonderen Ereignisse des zu beschreibenden Lebens oder – und dafür gibt es zahlreiche bedeutende Beispiele in der Biographieliteratur – aus Briefwechseln.


Das Leben von Adelbert Mühlschlegel ist von deutlich un-terscheidbaren Phasen gekennzeichnet, in denen jeweils die Möglichkeiten, aus den erwähnten Quellen zu schöp-fen, sehr differenziert sind. So ist es ein unschätzbares Glück, für die ersten drei Lebensjahrzehnte über einen umfangreichen Briefwechsel zu verfügen, den seine Eltern untereinander hatten, den er aber besonders intensiv mit seiner Schwester Doris führte. Posthum sei dafür an dieser Stelle dem Vater, Dr. med. Albert Mühlschlegel, und der Schwester, Doris Schäfer, geb. Mühlschlegel, aus tiefem Herzen gedankt. Von diesen Briefen haben wir recht umfangreichen Gebrauch gemacht, weil wir glauben, daß vor allem der junge Adelbert uns durch sie besonders deutlich, farbig und lebendig vor Augen tritt. Wir haben uns deshalb nicht gescheut, viele Briefe dieser Zeit nach dem Original zu zitieren.


Später sind es die äußeren Ereignisse selbst, die so untrennbar mit dem Leben des jungen Arztes und seiner entstehenden Familie verbunden waren, daß sie selbst Rhythmus und Lauf dieser Lebensbeschreibung bestim-men. 


Zunehmend nimmt dann die Entwicklung des Bahá’í-Glau-bens ganz unmittelbar auf den Fortgang seines Lebens Einfluß, dessen Melodie immer deutlicher wegweist von dem jugendlich-humanistischen Drang zur Umgestaltung der Weltverhältnisse hin zu einem dienend-demütigen Sich-Ein- und Unterordnen in die globale Planvision des Hüters und später der höchsten Körperschaft des Glaubens – des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, an dessen Gründung er seinen unvergeßbaren Anteil hatte. Hier sind es vor allem seine Tagebuchaufzeichnungen, die den Autoren halfen, den Lebenslauf sicher nachzu-zeichnen.


Dr. Adelbert Mühlschlegel (1897-1980) lernte die Bahá’í-Religion 1920 kennen und setzte bald seine vielfältigen Talente für seinen neuen Glauben ein. Er hielt Vorträge, wirkte als Übersetzer und war schriftstellerisch tätig. Viele Jahre diente er im Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland. 1952 wurde er von Shoghi Effendi zur „Hand der Sache Gottes“ ernannt. Ende der fünfziger Jahre gab er seinen Beruf als Arzt auf und widmete sich vollständig dem Dienst an der Religion Bahá’u’lláhs, als einer der „Hauptsachwalter des Glaubens“, als Lehrer und Pionier in zahlreichen Ländern. Diese Biographie zeigt, wie ein Mensch durch Dienstbarkeit, Demut und Hingabe an die Religion Gottes zu Sinnerfüllung und Freude im Leben finden kann. All seine Begabung, seine dem poetisch-mystischen Begreifen des Daseins zuneigende Persön-lichkeit stellte Adelbert Mühlschlegel in den Dienst der Vision Bahá’u’lláhs und wurde damit selbst – ohne dass es ihm in seiner Bescheidenheit bewusst wurde – zu einer der großen Pioniergestalten des Bahá’í-Glaubens. 

 

Vorwort

»0 du Freund ‘Abdu’l-Bahás! Sei der Sohn deines Vaters und die Frucht jenes Baumes. Sei ein Sohn, geboren aus seiner Seele und seinem Herrn, nicht nur aus Wasser und Lehm. Der ist ein wahrer Sohn, der aus dem geistigen Sein eines Menschen entsprossen ist. Ich bitte Gott, daß du zu allen Zeiten bestätigt und gestärkt werdest.«

(‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften 117)


Frau Ursula Mühlschlegel-Kohler, die Witwe von Dr. Mühl-schlegel, bot mir an, zum vorliegenden Buch das Vorwort zu schreiben. Da Adelbert nicht nur mein geistiger Vater, sondern auch mein bester Freund war, zögerte ich zuerst. Ich konnte nicht glauben, objektiv schreiben zu können, also ohne positive Übertreibungen, die infolge meiner Dankbarkeit wahrscheinlich mit meinen Erinnerungen an ihn verbunden sind.


Die Freundschaft mit ihm war beiderseitig. Jeder lernte vom anderen. Jeder fühlte mit dem anderen. Wir dachten und sprachen miteinander und schwiegen miteinander. Jeder achtete den anderen und fühlte sich mit ihm gleichwertig. Nur deshalb war jeder in der Lage, den anderen über sich zu stellen. Aber immer wieder stand mein geistiger Vater haushoch über mir.


Anfang 1946 konnte ich an einem Bahá’í-Abend in der Jakobschule in Stuttgart teilnehmen. Es waren etwa 150 Menschen versammelt. Das Thema hieß: »Sie fragen – wir antworten «. Ich stellte viele Fragen, meistens wohl aus einem geistigen Hochmut heraus. Die Antworten, die ich bekam, erstaunten mich, machten mich aber auch nachdenklich, so daß ich mir vornahm, mehr über die Bahá’í-Sache zu erfahren. Derjenige, der meistens meine Fragen beantwortete, war ein Dr. Adelbert Mühlschlegel!


Jahre später begann ich mit dem Psychologie-Studium in

Tübingen. Neben einigen Studenten, die Bahá’í waren, wurde eine Ursula Kohler meine hauptsächliche Lehrerin in der Bahá’í-Religion. Auch Adelbert kam oft nach Tübingen.


Jedes Zusammensein mit Adelbert war ein großer Gewinn.

Es war nicht nur das wunderbare Gefühl, einander zu verstehen und grenzenloses Vertrauen haben zu dürfen, sondern jeder lernte viel von ihm, und viele lernten dank seiner Hilfe immer besser, was Geistigkeit bedeutet. In seiner bescheidenen und selbstlosen Art stellte er sich nie in den Vordergrund, war aber stets bereit, anderen zu helfen und zu dienen. Er nahm sich selbst nie zu wichtig und war alles andere als ein Besserwisser. Es fiel ihm nicht schwer, eigene Schwächen lächelnd zuzugeben und durch seinen feinen Humor in vielen Beratungen, die ins Stocken kamen, weiter zu helfen. Besonders in Meditation und Gebet wurde er zum Vorbild, was es heißt, ein neuer Mensch werden zu wollen.

Unter den Erlebnissen, die wir gemeinsam hatten, fällt mir

besonders eines ein: In Athen. Ich ging auf einer Hauptstraße, auf der immer eine drangvolle Enge von Menschen herrschte. Plötzlich kam es mir in den Sinn, eine kleine Nebenstraße zu benützen. Unerwartet sah ich Adelbert mir entgegenkommen. Ich wußte nicht, daß er auf dem Rückweg von Haifa mich in Athen besuchen wollte. Wir freuten uns unbändig, und Adelbert erzählte mir, daß er plötzlich die Eingebung hatte, diese wenig frequentierte Nebenstraße zu benutzen, um mich zu treffen!


Das vorliegende Buch kann ich jedermann empfehlen – nicht nur Bahá’í-Freunden –, weil es als Biographie von Dr. Adelbert Mühlschlegel helfen kann, einen großen Menschen zu verstehen und von ihm zu lernen.


Erik Blumenthal



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